U-Boot fahren für 99 EUR die Zweite

Im Dezember hatte ich mal gefragt, wer schon mit Nemo U-Boot gefahren ist. Hier die Antwort, ein Journalist der Süddeutschen.

Doch erst einmal gilt es, abzutauchen. Wir sind nämlich zu leicht: Zwei Tonnen muss das Boot wiegen, damit es mit seinen gut 1500 Liter Luft im Bauch überhaupt sinken kann. Rund 1,7 Tonnen bringt die Nemo selbst auf die Waage, die fehlenden Kilos steuern die zwei Passagiere und die sogenannten Trimmzellen bei, die Breinig zunächst mit Wasser füllt. Dann erst flutet er die insgesamt 550 Liter fassenden Tauchtanks. Es zischt, als aus den Ventilen die Luft entweicht. Endlich versinkt die Nemo sanft und blubbernd im Helenesee.

Das Wasser ist grünlich-gelb, die Sicht reicht aber trotzdem ein paar Meter. Feine Luftbläschen umtänzeln das Boot. Das Plexiglas verzerrt und verkleinert Breinigs Kopf in der vorderen Kuppel, als wäre es ein Hollywood-Spezialeffekt. "Jetzt sind wir ganz abgetaucht", sagt er plötzlich. Der Tiefenmesser zeigt nicht ganz vier Meter an. Panoramablick in eine stille Welt. Und noch immer ist schräg über uns der Steg zu sehen; er wirkt so weit entfernt. Langsam geht es vorwärts. Das für die Höhen- und Seitensteuerung zuständige sogenannte Kreuzruder pufft wieder sanft, die Elektromotoren treiben die Nemo leise schwebend voran. Eine Reise ins Ich.

Vor allem der letzte Satz gefällt mir, so ungefähr könnte man "normale" Tauchgänge als Sporttaucher beschreiben.

Eine friedliche Ruhe stellt sich beim Blick aus der Halbkugel ein. Auch mehr als sechs Meter unter der Wasseroberfläche ist es noch erstaunlich hell. Fische lassen sich nicht blicken, stattdessen sehen wir braune Algen, die sich auf dem sandigen Grund des Sees wiegen, Steine liegen dort, ein Autoreifen. Ein paar Taucher sind auch im Wasser. Sie haben ein Stoppschild in den Boden gerammt, das an die nötige Dekompressionspause erinnern soll. In der Nemo ist das nicht nötig. Hier herrscht der gleiche Druck wie an der Wasseroberfläche; ein Filter mit Kalkgranulat wäscht ständig Kohlendioxid aus der Luft, mindestens 24 Stunden reicht die Reserve. Maximal 50 Meter tief kann die Nemo tauchen, doch dazu lädt der See nicht ein - schon an der Abbruchkante wird das Wasser trüb, schrumpft die Sicht rapide.

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